Die Wahl des richtigen verzinkten Stahls kann darüber entscheiden, ob ein Bauteil lange hält oder vorzeitig versagt. SECC und SGCC basieren beide auf kaltgewalztem SPCC-Stahl. Ihre Verzinkungsverfahren, Schichtdicken und ihre Korrosionsbeständigkeit unterscheiden sich jedoch deutlich. Das beeinflusst direkt, wo und wie Sie die Werkstoffe einsetzen sollten.
SECC (elektrolytisch verzinkter Stahl) erhält durch galvanische Verzinkung eine dünne, gleichmäßige Beschichtung mit ansprechender Oberfläche. Damit eignet sich der Werkstoff ideal für Innenanwendungen wie Gehäuse von Haushaltsgeräten und Schaltschränke. SGCC (feuerverzinkter Stahl) wird in geschmolzenes Zink getaucht. Dadurch entsteht eine dickere Beschichtung mit hervorragender langfristiger Korrosionsbeständigkeit, die sich für Außenanwendungen und tragende Konstruktionen eignet.
In diesem Leitfaden erläutern wir die Verzinkungsverfahren, vergleichen die wichtigsten Eigenschaften direkt miteinander und helfen Ihnen bei der Entscheidung, welcher Werkstoff zu Ihrem nächsten Projekt passt. meviy bietet sowohl SECC als auch SGCC als Werkstoffe für Blechteile mit Lieferzeiten ab einem Tag an.
So funktioniert die Verzinkung: Feuerverzinkung vs. galvanische Verzinkung
Verzinkte Stahlbleche bestehen zunächst aus SPCC, einem kostengünstigen, sehr gut bearbeitbaren kaltgewalzten Stahl, der ohne Oberflächenbehandlung rostanfällig ist. Die Verzinkung schützt den Grundwerkstoff durch ihre Barrierewirkung und in einigen Fällen durch kathodischen Korrosionsschutz. Die beiden wichtigsten Verfahren sind die Feuerverzinkung und die galvanische Verzinkung. Jedes davon erzeugt eine Beschichtung mit unterschiedlichen Eigenschaften.
Feuerverzinkung (SGCC), EN 1.0330 equiv.
Bei diesem Verfahren werden Stahlbleche nach dem Erhitzen in ein Bad aus geschmolzenem Zink getaucht. Dabei entsteht eine relativ dicke Zinkschicht, die eine Legierungsverbindung zwischen dem Zink und dem Grundwerkstoff bildet. Dies sorgt für hohe Beständigkeit und langfristigen Korrosionsschutz. Da das Verfahren hohe Temperaturen erfordert, kann es bei manchen Bauteilen zu geringfügigem wärmebedingtem Verzug kommen.
Galvanische Verzinkung (SECC), EN 1.0330 equiv.
Hierbei wird Zink in einer Lösung gelöst und mithilfe von elektrischem Strom auf der Stahloberfläche abgeschieden. Zu den Verfahren zählen Zink-Ammonium-Bäder und Kalium-Zinkchlorid-Bäder mit alkalischen Lösungen. Die so entstehende Beschichtung weist eine gleichmäßige Dicke und eine dekorative Oberfläche auf. Im Gegensatz zu feuerverzinktem Stahl ist bei galvanisch verzinktem Stahl in der Regel eine Nachbehandlung erforderlich, die Chromatierung. Sie verbessert die Korrosionsbeständigkeit und verhindert die Bildung von Weißrost.
Traditionell wurde sechswertiges Chrom für die Chromatierung verwendet. Aufgrund seiner Giftigkeit ist heute jedoch dreiwertiges Chrom Standard. Viele Hersteller stellen zunehmend auf chromfreie Alternativen mit Nickellegierungen oder Molybdän um. Die Umweltvorschriften in diesem Bereich entwickeln sich laufend weiter. Daher lohnt es sich, über die aktuellen Anforderungen informiert zu bleiben.
Reine Zinkbeschichtung vs. Zinklegierungsbeschichtung
Bei der Verzinkung wird außerdem nach der Zusammensetzung unterschieden. Eine reine Zinkbeschichtung besteht ausschließlich aus Zink, während einer Zinklegierungsbeschichtung weitere Metalle zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern. Bei der Feuerverzinkung kommen zunehmend Aluminium und Magnesium zum Einsatz und ersetzen damit die frühere Verwendung von Blei. Bei der galvanischen Verzinkung sind Nickel und Eisen die am häufigsten verwendeten Legierungsmetalle.

SECC: Eigenschaften und Anwendungen
SECC steht für „elektrolytisch verzinkter kaltgewalzter Handelsstahl“. Historisch ist der Werkstoff auch als „Verbundstahlblech“ bekannt. Diese Bezeichnung stammt aus der Zeit, als Nippon Steel das Produkt erstmals einführte. Die Endung „CC“ weist darauf hin, dass der Grundwerkstoff SPCC kaltgewalzt wurde und ein Universalstahl ist.
Da SECC auf SPCC basiert, behält der Werkstoff seine hervorragende Bearbeitbarkeit. Die galvanische Beschichtung verleiht ihm eine glänzende, ansprechende Oberfläche mit guter Lackhaftung, sodass zahlreiche Farbvarianten möglich sind. Unter den beschichteten Stahlblechen ist SECC am weitesten verbreitet.
Für die Verzinkung von SECC kommt üblicherweise eine chromfreie Beschichtung anstelle der traditionellen Chromatierung zum Einsatz. Für andere galvanisch verzinkte Werkstoffe, bei denen eine Chromatierung erforderlich ist, sind vorbehandelte Varianten problemlos erhältlich. Käufer müssen daher nur selten eine separate Behandlung veranlassen.
Als Universalwerkstoff bietet SECC keine besonders hohe Festigkeit. Aufgrund seiner dünneren Zinkschicht ist der Werkstoff zudem nicht für anspruchsvolle Außenbedingungen geeignet. Am häufigsten wird er im Innenbereich eingesetzt, beispielsweise für Gehäuse von Haushaltsgeräten, Schaltschrankpaneele und Gerätegehäuse.
SGCC: Eigenschaften und Anwendungen
SGCC steht für „feuerverzinkter kaltgewalzter Handelsstahl“. SPCC wird feuerverzinkt, sodass die Grundeigenschaften ähnlich bleiben: gute Bearbeitbarkeit und ein günstiger Preis. Der entscheidende Unterschied ist die dickere Zinkbeschichtung, die eine deutlich höhere Korrosionsbeständigkeit als SECC bietet.
SGCC gehört zu einer größeren Werkstofffamilie, zu der auch legierungsverzinkte Stahlbleche und Galvalume-Stahlbleche zählen. Obwohl der Werkstoff keine außergewöhnlich hohe Festigkeit bietet, eignet er sich dank seiner hervorragenden Korrosionsbeständigkeit für anspruchsvolle Umgebungen. Typische Anwendungen sind Strommasten, Leitplanken, Fahrwerkskomponenten, Rollläden, Vordächer sowie Wellbleche für Gebäudefassaden und Dächer.
Eine zu beachtende Eigenschaft ist die Bildung von Zinkblumen. Dabei handelt es sich um geometrische Muster, die durch die Kristallisation des Zinks auf der Oberfläche entstehen können. Zinkblumen beeinflussen die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs nicht, können aber bei Sichtflächen relevant sein. Ein weiterer Faktor ist der Zinkübertrag beim Pressformen: Eine dünne Zinkschicht kann abgeschert werden und an der Form haften bleiben. Dadurch steigt die Reibung und es können Umformfehler entstehen.
SECC vs SGCC im Überblick
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen und hilft Ihnen dabei, den passenden Werkstoff für Ihre Anwendung auszuwählen.
| Eigenschaft | SECC (galvanisch verzinkt) | SGCC (feuerverzinkt) |
|---|---|---|
| Verzinkungsverfahren | Elektrolytische Zinkabscheidung | Eintauchen in geschmolzenes Zink |
| Schichtdicke | Dünn, gleichmäßig | Dick, durch Legierung verbunden |
| Korrosionsbeständigkeit | Gut (Innenbereich) | Sehr gut (Außenbereich) |
| Bearbeitbarkeit | Sehr gut | Gut |
| Oberflächenbeschaffenheit | Glänzend, glatt, hervorragende Lackhaftung | Rauere Oberfläche, Zinkblumen können sichtbar sein |
| Chromatierung | Chromfreie Beschichtung (keine Chromatierung erforderlich) | Nicht erforderlich |
| Risiko von Wärmeverzug | Gering | Möglich |
| Typische Anwendungen | Gehäuse von Haushaltsgeräten, Schaltschränke für den Innenbereich, Gerätegehäuse | Strommasten, Leitplanken, Fahrwerke, Dächer, Rollläden |
Kurz gesagt: Wählen Sie SECC, wenn Sie für Bauteile im Innenbereich einen gut bearbeitbaren, kostengünstigen Werkstoff mit sauberer Oberfläche benötigen. Wählen Sie SGCC, wenn langfristige Korrosionsbeständigkeit und Beständigkeit im Außenbereich im Vordergrund stehen.