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Strategischer Wandel hin zu einer digital geprägten Beschaffung: eine praxisorientierte Fallstudie zum technischen Arbeitsablauf von Benedikt Girsch

In spezialisierten Branchen wie Explosionsschutz und der Pharmaindustrie ist betriebliche Effizienz nicht nur ein Ziel, sondern eine Überlebensvoraussetzung. Für Unternehmen, die in diesen besonders anspruchsvollen Umfeldern tätig sind, ist der Übergang von traditionellen 2D-basierten Prozessen hin zu einer digital ausgerichteten Beschaffung eine strategische Notwendigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Herkömmliche Fertigungsabläufe, die durch manuelle Dokumentation und fragmentierte Lieferketten belastet sind, können die in der modernen Technikentwicklung erforderlichen schnellen Entwicklungszyklen nicht länger tragen. 

 

Dieser Bericht untersucht, wie die Einführung von meviy den Konstruktions- bis Produktionsprozess im Team von Benedikt Girsch verändert hat. Das Hauptziel besteht darin, die operativen Auswirkungen des Wechsels zu einem 3D-zentrierten Modell zu analysieren, mit besonderem Fokus auf Lieferzeitverkürzung und die Umsetzung von Financial Lean Management. Durch die direkte Einbindung der Beschaffung in die Konstruktionsphase hat das Unternehmen den Wandel von einem reaktiven Beschaffungsmodell hin zu einem proaktiven, datengestützten operativen Rahmen vollzogen.

Profilübersicht

Ingenieur

Benedikt Girsch

Branche

Pharmaindustrie

Explosionsschutz

Land

Deutschland

Anwendungsbereich

F&E

Prototypenbau

Service

CNC-Bearbeitung

Blech

Nitriding

Seitdem haben wir im Grunde eine zentrale Plattform, über die wir viele verschiedene Teile in ganz Europa oder weltweit beziehen können. Davor mussten wir die verschiedenen Websites einzelner Lieferanten durchsuchen, um die benötigten Teile zu finden. Jetzt haben wir alles an einem Ort, da Misumi und meviy gewissermaßen zusammengeführt werden. Bei anderen Lieferanten gibt es teilweise Mindestbestellmengen, die wir bei meviy oder Misumi nicht haben, und das spart uns Geld. Wenn wir nur drei oder vier dieser Teile benötigen, die Mindestbestellmenge aber vielleicht bei 10 oder 15 liegt, haben wir zu viel. Dadurch vermeiden wir unnötigen Überschuss und sparen Verschwendung ein.
Benedikt Girsch
Leitender Ingenieur

Projektprofil

Kunde
Benedikt Girsch, Leitender Ingenieur
Branche
Schwerpunkt: die Pharmaindustrie, in der die strengen Anforderungen von GAMP und den FDA-Vorschriften eingehalten werden müssen.

Sekundär: Wasserstoffenergie, LNG, Öl und Gas sowie die Chemieindustrie.
Standort
Zentrale Herausforderung
Administrativer Aufwand durch die manuelle Erstellung von 2D-Zeichnungen; hohes Risiko von Anmerkungs- und Toleranzfehlern; fehlende Synchronisierung zwischen 3D- und 2D-Daten
Warum wurde meviy als Fertigungspartner ausgewählt?
Wegfall von 2D-Zeichnungen: Die Plattform ermöglicht die bedarfsgerechte Fertigung direkt auf Basis von 3D-CAD-Daten, wodurch zeitaufwendige 2D-Dokumentation entfällt.


Keine Mindestbestellmenge: meviy ermöglicht den Kauf von Einzelstücken, was Kosten spart und Abfall reduziert.


Konsolidierte Plattform: Sie bietet eine All-in-One-Plattform durch die Kombination von Misumi und meviy, sodass Konstrukteure Standard- und Sonderteile an einem Ort beschaffen können.


Sofortige Angebotserstellung:
Die Plattform liefert unmittelbar nach dem Hochladen von 3D-Modellen Preise und ermöglicht dadurch schnellere Entscheidungen.

Genutzte Funktionen
Fertigungsverfahren: Das Unternehmen beschafft Teile in drei Hauptkategorien: CNC-Fräsen, CNC-Drehen und Blechbearbeitung.



Oberflächenbehandlungen: Das Unternehmen nutzt für seine Komponenten häufig Nitrieren und Hartverchromen (Kurzzeitverchromen).


Globale Zusammenarbeit:
Die Plattform wird von Konstruktionsteams in Deutschland und Indien genutzt.

Vor meviy: bisherige operative Einschränkungen

Vor der Einführung eines Digital-First-Modells war das Team im Beschaffungsprozess mit erheblichen Ineffizienzen konfrontiert. Manuelle Dokumentation und starre Lieferantenmodelle führten zu strategischen Engpässen, die die Gesamtbetriebskosten (TCO) für jedes produzierte Teil erhöhten.

Traditioneller Prozessschritt
Operative Auswirkungen
Manuelle 2D-Zeichnungen
Konstrukteure verbrachten je nach Bauteil mehrere Minuten bis zu einer Stunde mit der Dokumentation, selbst bei komplexen Komponenten.
Manuelle Lieferantenrecherche
Ineffizienz durch die Prüfung zahlreicher einzelner Websites, um bestimmte Teile zu beschaffen.
Angebotszyklen
Traditionelle Lieferanten verursachten Wartezeiten von einer Woche für die Preisermittlung und bremsten dadurch den Projektfortschritt.
Push-basierte Mindestbestellmengen
Verpflichtende Mindestbestellungen von 10 bis 15 Stück führten zu überschüssigem Bestand und Wertverlust im Lager.

Diese Reibungspunkte bedeuteten mehr als nur Zeitverlust; sie stellten ein finanzielles Risiko dar. Mindestbestellmengen führten zu einem Push-basierten Fertigungsmodell, bei dem Kapital in ungenutzten Komponenten gebunden wurde, also faktisch in Lagerbeständen „totem Geld“. Diese Ansammlung von materiellem und finanziellem Abfall war der zentrale Auslöser für den Wechsel des Teams hin zu einem Pull-basierten Beschaffungsmodell.

Entscheidungspunkt: Warum wurde meviy als Fertigungspartner für dieses Projekt ausgewählt?

Die Wahl eines digitalen Fertigungspartners erfordert eine Abstimmung zwischen technologischer Leistungsfähigkeit und Beschaffungsflexibilität. Die Entscheidung, meviy in den Engineering-Workflow zu integrieren, beruhte auf drei strategischen Kernkriterien:

  1. Direkte 3D-Integration: die Möglichkeit, 2D-Zeichnungen zu umgehen, indem 3D-CAD-Dateien (STEP) direkt in die Fertigungsumgebung hochgeladen werden.
  2. Synergien in der Lieferkette: der „All-in-One“-Vorteil eines einzigen Kanals für Misumi-Standardteile und meviy-Sonderteile, wodurch das Lieferantenmanagement vereinfacht wird.
  3. Just-in-time-Finanzmodell: der Wechsel zu einem System ohne Mindestbestellmenge, das den Kauf von Einzelstücken entsprechend dem exakten Bedarf ermöglicht und dadurch den Cashflow optimiert.

Nach der Einführung von meviy: Der Prozessablauf in der Praxis

Durch die Integration von Konstruktion und Beschaffung in eine einzige „Closed-Loop“-Plattform konnte das Unternehmen die Übergabefehler beseitigen, die in manuellen Workflows häufig auftreten. Der neue digitale Prozess wird durch fünf zentrale Phasen definiert:

  1. 3D-CAD-Upload: Konstrukteure laden STEP-Dateien direkt hoch und wandeln die Konstruktionsabsicht damit sofort in ein fertigungsgerechtes digitales Asset um.
  2. Sofortige Konfiguration: Technische Parameter für CNC-Fräsen, Drehen oder Blechbearbeitung werden ausgewählt, und spezialisierte Behandlungen wie Nitrieren werden innerhalb der sofortigen Preisrückmeldung angewendet.
  3. Der digitale Zwilling der „Strict List“: Sobald ein Teil konfiguriert ist, erzeugt meviy eine eindeutige registrierte Teilenummer. Diese Nummer fungiert als digitaler Zwilling der Teilekonfiguration und wird in die interne „Strict List“ aufgenommen. Dadurch entfällt der erneute Konstruktionszyklus. Sobald ein Teil registriert ist, kann es sofort nachbestellt werden. Dieser „konsolidierte Einzelkanal“ stellt sicher, dass ein in Indien konstruiertes Teil bei einer Bestellung in Deutschland exakt den Spezifikationen entspricht und manuelle Dokumentationsfehler vermieden werden.
  4. Lean Procurement: Das Team nutzt ein Pull-System und bestellt nur die tatsächlich benötigten Mengen, zum Beispiel 3 oder 4 Stück, um die Projektanforderungen ohne Verschwendung zu erfüllen.
  5. Rollenbasierte Freigabe: Um die operative Kontrolle sicherzustellen, übernehmen die fünf Konstrukteure in Deutschland und Indien die technische Konfiguration, während Projektmanager und Teamleiter berechtigt sind, die „Strict List“ zu prüfen und finale Bestellungen auszulösen. So wird eine teamweite finanzielle Abstimmung sichergestellt.

Nachweis: Messbare Ergebnisse

Eine datenbasierte Validierung bestätigt, dass die digitale Transformation jeden zentralen Leistungsindikator im Konstruktions- bis Produktionsprozess deutlich verbessert hat.

Kriterium
Vor meviy
Mit meviy
Angebotsvorlaufzeit
1 Woche
Sofort
Dokumentationsaufwand
Bis zu 1 Stunde / Teil
0 Stunden (nur 3D)
Mindestbestellmenge
10 bis 15 Stück
1 Stück (volle Flexibilität)
Beschaffungsmodell
Push (lagerlastig)
Pull (Just-in-Time)
Nachbestellprozess
Manuelle Neukonstruktion / manuelle Prüfung
Sofortige Nachbestellung per Teilenummer

Stimme des Anwenders: Einblicke von Benedikt Girsch

Die Nutzerakzeptanz ist der wichtigste Maßstab für jede operative Veränderung. Benedikt Girsch hebt hervor, wie der Wandel von Verschwendung hin zu wertschöpfenden Aufgaben das Engineering-Team gestärkt hat:

Die Zeit, die wir für vollständige Zeichnungen brauchen, nimmt den größten Teil in Anspruch. Vielleicht eine Stunde, wenn es kompliziert ist. Wenn wir dagegen die STEP-Dateien einfach auf Ihrer Website hochladen, brauchen wir das im Grunde nicht mehr.

Wenn wir drei oder vier dieser Teile benötigen und die Mindestbestellmenge vielleicht bei 10 oder 15 liegt, dann haben wir zu viel. So vermeiden wir gewissermaßen etwas Verschwendung.

Breitere geschäftliche Auswirkungen

Die Partnerschaft mit meviy hat sich von einem Werkzeug für Konstrukteure zu einem strategischen Asset entwickelt, das vier unternehmensweite Säulen unterstützt:

  1. Beschleunigte Markteinführung: Sofortige Preisermittlung und Konfiguration ermöglichen es dem Unternehmen, die traditionelle einwöchige Angebotsverzögerung zu umgehen und sich damit einen entscheidenden Vorteil in den schnelllebigen Bereichen Pharma und Wasserstoff zu verschaffen.
  2. Finanz- und Bestandsoptimierung: Der Übergang zu einem schlanken, bedarfsgerechten Kapitalmodell stellt sicher, dass die Beschaffungsausgaben strikt an aktive Projekte gebunden sind und finanzielle Verschwendung minimiert wird.
  3. Interne operative Innovation: Über Kundenprodukte hinaus nutzt das Team die Plattform zur Fertigung von Komponenten für Automatisierungsanlagen in den eigenen Werken und beschleunigt damit die interne Digitalisierung.
  4. Konsolidierung der Lieferkette: Durch die Nutzung eines einzigen Portals für Misumi-Standardkomponenten und meviy-Sonderteile fördert das Unternehmen den Einsatz standardisierter Teile und reduziert die langfristige Komplexität bei Wartung und Beschaffung.

Dieser Wandel dient als klarer Maßstab für Unternehmen im hochpräzisen Engineering. Durch den Ersatz manueller, fragmentierter Beschaffung durch eine konsolidierte Digital-First-Plattform hat das Unternehmen seinen Standard für operative Exzellenz neu definiert und sich für die Zukunft der bedarfsgerechten digitalen Fertigung aufgestellt.